Marcelo Pira Beckerling – eine deutsche Nachwuchshoffnung reitet nun für Guatemala

Wer kennt Marcelo Pira Beckerling? Niemand? Wenige?

Marcelo Pira Beckerling ritt mit Angi JP als einer von fünf für Deutschland startenden Teilnehmern (neben Kjell Kiewert, Nele Fleck, Ronja Schreiber und Pauline Wadewitz) auf der Jugendeuropameisterschaft 2014 in Verona San Marino (Italien). Er konnte den Ritt als einziger deutscher Teilnehmer in der Wertung beenden (Platz 21). In der Folgezeit hatte er den Wunsch, weiterhin für Deutschland als „Young Rider“ an den Start zu gehen. Seine Anfragen wurden nach seiner Aussage ignoriert und nun reitet er für Guatemala. Ein Talent, das uns verloren gegangen ist.

Wir haben Marcelo gebeten, uns seine Geschichte zu erzählen. Er freute sich und schrieb die nachfolgenden Zeilen. (Der Text ist gut verständlich, auch wenn das Deutsch nicht einwandfrei ist. Wir haben ihn nicht korrigiert.) 

 

Marcelo Pira Beckerling

Marcelo Pira Beckerling

 

Mein Name ist Marcelo Pira Beckerling ich bin 19 Jahre alt und ich besitze die Guatemaltekische und Deutsche Staatsangehörigkeit. Ich bin in Spanien geboren und habe auf der Deutschen Schule Madrid meinen Abi vollbracht. Nachdem bin ich nach Amsterdam gezogen um dort mein Bachelor in Economics und Business zu machen (jetzt im zweiten Jahr).

Ich bin mit sieben Jahren angefangen zu reiten und tuhe es seit dem. Mein erstes Distanzritt (40 km) ist, mit neun Jahren in Toledo gewesen. Seit dem bin ich in dem Sport aktiv und bin jedes Rennen von Kategorie gestiegen, bis ich 2013 auf der Weltmeisterschaft in Tarbes, Frankreich für Guatemala teilgenommen habe. Dort bin ich mit Angi JP (jetzt mit Namen Remramh unterwegs) 35 geworden. Das Objektiv war es mit dem jüngsten erlaubtem Pferdealter des Championats ins Ziel zu kommen. Das ist uns auch gut gelungen. Danach bin ich mit dem selben Pferd, in Madrid, Young Riders Sieger mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h und Vet-gate Zeiten von unter 1 Minute in allen Gates geworden.

Da das Pferd sehr fit war hatten wir uns als nächstes Ziel die Europameistershaft in Verona, Italien für Deutschland zu reiten. Bis dorthin, habe ich mehreren Pferden die Novice Kriterien erfüllt. Nach sehr vielen Tests wurde ich dann als einer der fünf Young Riders ausgewählt und bin mit dem Deutschen Team nach Italien gefahren. Für das Championat hatte sich Deutschland eine Strategie ausgewählt die Spanien dieses Jahr in Portugal ausgeführt hat, alle zusammen. Wie man sieht kann diese Strategie entweder sehr gelingen oder ganz im Gegenteil wie bei uns nicht wo nur ich als einziger Reiter ins Ziel gekommen bin als 20er.

Nachdem mehrere Personen das Pferd kaufen wollten, hatten wir uns entschieden das Pferd zu verkaufen, weil ich mit der Universität nicht mehr so viel Zeit gehabt hätte und das Pferd aber eine große Zukunft vor sich hat. Das Pferd läuft jetzt mit MRM Stables, das beste königliche Pferdehaus in den Emiraten.

Ich bin während dessen immer weiter aktiv gewesen und bin zum ersten Mal in Deutschland 2015 ein Distanzritt von 120 km gestartet. Der ging sehr gut und bin mit einem ersten Platz mit 17 km/h durch die Ziel Linie galopiert.

Guatemala hat mein Erfolg und Potenzial gesehen und entschied sich mich nach Dubai zur Sheijk Mohammed Cup im Januar 2016 einzuladen. Deutschland hatte mich komplett ignoriert und obwohl ich via Emails gesagt hatte das ich mit einem super Pferd gehen wollte, das in Frankreich über 18 km/h vier 120 km gelaufen ist und sogar eins davon gewonnen hat. Außerdem gab es sehr viele Gerüchte über Deutschlands Teilnahme allgemein in den nächsten Championate und Dubai. Ich entschied mich deshalb von FN zu wechseln, weil Deutschland mich als Young Rider nicht unterstützte. (Natürlich gibt es einzelne Personen die mich unterstützt haben und auch noch tun!!) Ich wünsche mir, das Deutschland im internationalen Distanzreiten ein bisschen mehr Zeit investiert und das bevor man andere Länder kritisiert sich selber anguckt und sieht was man selber falsch macht. So oft habe ich schon schlechte Sachen
gelesen wo ich immer frage: warst du dort? Hasst du das live gesehen? Und wenn nicht, wer hat dir das erzählt?

So ging ich also 2016 für Guatemala in Dubai in den Start. Es ist bis jetzt die beste Lebenserfahrung, die ich jemals gemacht habe! So sehr das ich sogar nach meinem Bachelor in Amsterdam überlege dort hinzureisen um ein halbes Jahr dort zu trainieren und mein Wissen weiter zu entwickeln.

In der Slowakei habe ich, für einer meiner engsten Freunde, aus Guatemala, gecrewed! Er kam mit 18,6 km/h ins Ziel und wurde 29er.

Mein letztes Rennen war vor einer Woche in Ehrhardt, SC, USA. Es war das Nord-Amerikanische-Endurance Championat für Young Riders 120 km. Dieses Rennen lief auch super da ich wieder im Ausland einen ersten Platz mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h bekommen habe und dieses mal mit Best Condition Preis dazu.

Ich habe viele Pläne in diesem Sport und mein nächstes Ziel ist es weiter im Sport aktiv zu bleiben obwohl es manchmal mit der Uni schwer ist. Bis jetzt ist es mir gelungen und ich hoffe, dass es auch so weiter geht. Wie schon vorhin gesagt, möchte ich nach meinem Studium en halbes Jahr nach Dubai reisen um dort mehr über Endurance lernen zu können.

Noch etwas entfernt in der Zukunft, würde ich gerne mein eigenes Endurance Team bilden und mehrere Pferde und Sportler im höchsten Level rennen haben. Ich bedanke mich an Christian Lüke um mich in seiner Website schreiben zu lassen, damit andere meine Perspektiven des Endurance lesen können.